Krisenbewältigung

Ein Leben ohne Not, ohne Absturz und ohne Schmerz gibt es nicht. Für die meisten Fälle haben wir Strategien und Methoden, um damit umzugehen, bis wir sie dann irgendwann nicht mehr haben.
Wenn Dinge, die sich schlimm anfühlen, als Muster wiederkehren, man Dinge tut oder denkt, die man eigentlich nicht möchte, man sich selbst nicht mehr versteht oder  einfach nicht mehr weiter weiß, sind das oft Anzeichen für eine persönliche Krise. 


Die Krise

Nicht selten schämt man sich dafür, wenn man selbst (allein/ von sich aus/ aus eigener Kraft) einfach nicht mehr weiter kommt. Die Gedanken kommen immer wieder an der gleichen Stelle an, man bewegt sich im Kreis und es scheint, als ob kein Weg hinaus führt. Man hat schon alles probiert, oder merkt, dass Zyklen, in denen man sich anders fühlt, als man es gerne würde, dichter und dichter aufeinander folgen. Etwas stimmt nicht, vielleicht kann man es fassen, oft auch nicht.  Vielleicht hat man Dinge getan, die man nicht will oder war kurz davor. Irgendwie kommt man nicht weiter, dreht sich im Kreis, fühlt sich mies. Die Aufzählung könnte weiter und weiter gehen. 

Am Ende geht es darum, dass man Druck, Not, Scham, Angst, Zorn oder andere gewöhnlich als negativ bewertete Emotionen empfindet und ihnen ausgeliefert ist oder zumindest selbst nicht mehr recht weiß, wie man davon weg kommen soll. Soziale Kontakte, die Partnerschaft und nicht selten die Arbeit, mindestens aber Lebensfreude und Lebensqualität leiden. 

Oft haben Klienten schon Monate oder Jahre “durchgehalten” und Dinge, wie ein fröhliches Lebensgefühl oder Erfülltheit, sind zu einer abstrakten Idee geworden, der man kaum noch anders als durch Zynismus oder Sarkasmus begegnen kann. Irgendwann ist der Zeitpunkt gekommen, an dem der Schmerz so groß ist, dass zwingend etwas passieren muss.

Weit verbreitete Probleme

Wie bereits angedeutet, kommen die wenigsten Menschen durch ihr Leben, ohne  einmal in ernsthafte psychische Not zu geraten. Gewöhnlich bedeutet das nicht, dass man landläufig “verrückt” ist. Wie bei vielen anderen Problemen auch gehen viele von alleine wieder weg oder Teile des Systems Mensch passen sich so an, dass Gewöhnung eintritt. Nicht selten dauert dies aber lange und es kommt auch vor, das ignorierte Probleme sprunghaft oder schleichend schlimmer und vielleicht irgendwann sogar chronisch werden. Zudem ist das Warten auf Besserung nicht selten quälend bis in die Unerträglichkeit hinein und Leid, wie Freude auch, strahlt oft in alle Bereiche des Lebens aus und belastet Mitmenschen, Kinder, Freunde, Arbeitsumfeld und so weiter. 

Häufige Themen für die Krisenbewältigung

  • Umgang mit und Bewältigung von Ängsten
  • Suche und Erschließung von Auswegen aus depressiven Zuständen
  • Klärung und Überwindung von Suchtproblemen
  • Gemeinsame Arbeit bei Partnerschaftsproblemen und Paarberatung
  • Lösungsorientierte Erziehungsberatung
  • Unterstützung bei Trauerfall und Verlustbewältigung
  • Unterstützung bei der Neuausrichtung nach Verlust der Arbeitsstelle
  • Mediation von Konflikten und unlösbar scheinendem Streit
  • (...)
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Ø Verlust gesunder Lebensjahre pro Jahr in Deutschland aufgrund Psychischer Leiden
“In Deutschland zählen psychische Erkrankungen nach Herz-KreislaufErkrankungen, Krebs und muskuloskelettalen Erkrankungen zu den vier Hauptursachen für den Verlust gesunder Lebensjahre. Dies lässt sich anhand der disability-adjusted life years (DALYs) ablesen, mit denen die Krankheitslast, d. h. die Beeinträchtigung des normalen, beschwerdefreien Lebens durch eine Krankheit, erfasst wird. Mit diesem Maß werden nicht nur verlorene Lebensjahre durch verfrühten Tod, sondern auch subjektive Belastung und Beeinträchtigung, die durch eine Krankheitsgruppe entstehen, einbezogen. Ergebnisse der Global Burden of Disease Study der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zeigen den Verlust von 2.765.881 gesunden Lebensjahren durch psychische Erkrankungen im Jahr 2010”
(Vgl. Gerlinger G., Holzhausen J., u.a.: Dossier: Psychische Erkrankungen in Deutschland: Schwerpunkt Versorgung, Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde e.V. (DGPPN),  10/2018, S.18 ff.) 

Hilfe durch Psychosoziale Beratung

Bei der psychosozialen Beratung arbeitet der Berater in einem Bereich, in dem noch der Glaube daran vorhanden ist, dem Klienten durch das Zugänglichmachen der eigenen, gerade oder noch nicht erreichbaren Ressourcen und Kompetenzen helfen zu können. Gewöhnlich ist dieses Vorgehen, welches im amerikanischen Raum auch als Counseling bekannt ist, vielversprechend und hilfreich. Der Besuch einer psychosozialen Beratungssitzung ist vergleichbar mit der konservativen Behandlung bei körperlichen Beschwerden, wie z. B. Kopfschmerzen: Zuerst wird man versuchen, mit  Hausmitteln das Problem zu bewältigen (eigene Bewältigungsstrategien für die Störung des seelischen Wohlbefindens). Danach wird man es mit frei verkäuflichen Medikamenten versuchen (in diesem Beispiel das Gegenstück zur psychosozialen Beratung)  und erst dann, wenn alles ausgeschöpft ist, wird man zu  bildgebenden Verfahren wie CT oder MRT, verschreibungspflichtigen Medikamenten etc. greifen (in dieser Analogie die Überweisung vom Hausarzt zum Psychiater).

Das Ergebnis der Arbeit von Klient und Berater kann durchaus sein, dass eine psychiatrische Behandlung ggf. mit medikamentöser Unterstützung empfehlenswert für den Klienten wäre, es ist aber in meiner Erfahrung die Ausnahme. 

Ablauf

  • Klient und Berater vereinbaren einen Termin.
  • Eine Überweisung durch einen Hausarzt o. ä. ist nicht notwendig, allerdings übernehmen Krankenkassen leider auch (noch) keine Kosten für die psychosoziale Beratung.
  • Eine Sitzung dauert 45 Minuten. Der Berater wird in der ersten Sitzung sein Möglichstes tun, die Lage und die Hintergründe, die ihm der Klient im Gespräch vermittelt, zu verstehen und in Resonanz mit dem Klienten zu gehen.
  • Je nach Problematik kann schon ein einzelner, einmaliger Besuch ausreichend sein, den Klienten dabei zu helfen, entsprechend auf einen Weg aus der Krise zu kommen.
  • Andernfalls können Berater und Klient einen Beratungsvertrag schließen, aus dem eine gemeinsames Ziel für die Beratung hervorgeht und der den Rahmen der weiteren Zusammenarbeit (voraussichtliche Anzahl der Sitzungen, Kosten pro Sitzung etc.) regelt.
  • Selbstredend unterliegt der Berater der vollen Verschwiegenheitspflicht gem. § 203 StGB. wie Ärzte, Rechtsanwälte etc.

Es ist nicht unüblich, dass Klienten, die erfolgreich akute Krisen mit einem Berater bewältigt haben, später den gleichen Berater nutzen, um ihre persönliche Entwicklung voran zu bringen.

 

Interesse ?

Falls Sie den Eindruck haben, sich ggf. in einer Krise zu befinden oder fürchten, in eine Krise zu geraten und in Betracht ziehen, dass psychosoziale Beratung für Sie hilfreich sein könnte, freue ich mich, wenn Sie sich bei mir melden.